Zentrale Quellen zum Thema "Ausländerkinder-Pflegestätten"

Die Benutzung des Begriffs

Dieses Dokument wurde von Rolf Schwarz (Rendsburg) im Online-Archiv der Arolsen Archives gefunden (ID 76296446.8). Es stammt aus dem Landkreis Teltow und beweist, dass der Begriff "Ausländerkinder-Pflegestätte" durchaus von Verwaltungsbeamten im Deutschen Reich benutzt wurde. Hier geht es darum, dass der zuständige Landrat in Erfahrung bringen möchte, in welchem Ort seines Kreises ein geeignetes Gebäude vorhanden ist, um dort eine "Ausländerkinder-Pflegestätte" zu errichten.

 

Datum Quelle
31.01.1940 "Bei allen Maßnahmen muss berücksichtigt werden, dass es sich etwa 50 v.H. um weibliche Kräfte handelt." (RAM Ib 254, in: Runderlasse ARG 137/40)
31.01.1940 "Die zu verpflichtende Person darf nicht schwanger sein." (Richtlinien im Anhang zu RAM Ib 254, in: Runderlasse ARG 137/40)
16.07.1940 "Es muss dafür gesorgt werden, dass die Entbindung in ihrer Heimat stattfindet." (RAM Ib 2265, in: Runderlasse ARG 834/40)
13.08.1941 "Grundsätzlich sind schwangere ausländische Arbeiterinnen in die Heimat zurückzubefördern." (in: Reichsarbeitsblatt 1941, Teil I, S.364 f.)
05.10.1941 RAM-Erlass: "Keine Wochenhilfe für Polinnen, die entbunden haben!" (in: Reichsarbeitsblatt 1941, Teil I, S.449.)
08.10.1941 "Die Unterbringung von Wöchnerinnen in einem Entbindungsheim" (in: Reichsarbeitsblatt 1941, Teil I, S.462).
17.05.1942 Der "Mindestschutz" für Zwangsarbeiterinnen (Ausführungsverordnung zum Mutterschutzgesetz von 1942)
06.10.1942 Der Erlass des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vom 6. Oktober 1942 (II/1 10477).
15.12.1942 "Von einer Rückführung aller Schwangeren ist grundsätzlich abzusehen.“ (Erlass des GBA Sauckel)
17.12.1942 "Ermäßigung der Ostarbeiterabgabe für Kinder.“ (Erlass des GBA Sauckel)
24.12.1942 Der Präsident des Landesarbeitsamtes Nordmark reagiert auf den Erlass des GBA.
14.01.1943 Der Reichsbauernführer Herbert Backe informiert die Landes- und Kreisbauernschaften.
19.01.1943 Der Landrat des Kreises Pinneberg schafft Fakten.
24.02.1943 Das Treffen von Neumünster.
04.03.1943 Der Reichsbauernführer Backe informiert die Landes- und Kreisbauernschaften über die Versorgung der Säuglinge ausländischer Arbeiterinnen.
20.03.1943 Der erläuternde Erlass des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz (GBA). [Zynismus und Rassismus in Wechselwirkung!]
20.04.1943 Rundschreiben Arbeitsamt Kiel vom 20. April 1943 "an alle Betriebe, die ausländische Arbeiterinnen beschäftigen".
23.06.1943 Der Reichsbauernführer Backe informiert über die Anwendung des Mutterschutzgesetzes von 1942.
27.07.1943 Der Landesbauernführer Wilhelm Struve wirbt für den "Einsatz von Ostarbeiterfamilien" (II A 4/338/2).
27.07.1943 Die Einführung des Begriffs Der „Ausländerkinder-Pflegestätte“ durch Heinrich Himmler.
07.08.1943 Der Reichsbauernführer wendet sich an alle Kreisbauernschaften wegen der "Entbindung von Ostarbeiterinnen".
11.08.1943 Der SS-Gruppenführer Hilgenfeldt wendet sich wegen der Ernährungsfrage schriftlich an Heinrich Himmler.
14.09.1943 Himmler äußert sich zur Ernährungsfrage in einem (geheimen) Schreiben an Eigruber.
14.09.1943 Die Parteikanzlei der NSDAP in München verfasst "Vertrauliche Informationen" hinsichtlich des erläuternden GBA-Erlasses vom 20. März 1943.
06.01.1944 Die Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft regelt die Ernährungsfrage in einem Runderlass (II B 2a-4052).
08.02.1944 Der Regierungspräsident in Lüneburg am 8. Februar 1944 über die "Unterbringung, Versorgung und Beschäftigung der von Polinnen und Ostarbeiterinnen geborenen Kleinkinder".
21.03.1944 Ein Rundschreiben des Reichsbauernführers an die Landesbauernschaften „mit Weisungen für die Errichtung von Entbindungsheimen und Kinderpflegestätten".
27.04.1944 Runderlass des GBA Fritz Sauckel hinsichtlich der Behandlung schwangerer ausländischer Arbeiterinnen und der Ausländerkinder.
25.05.1944 Ein Rundschreiben des Kreisbauernführers von Südtondern informiert darüber, dass hinsichtlich der „Unterbringung von Kindern Fremdvölkischer“ (auf Anordnung der Landesbauernschaft) entsprechende „Kinderbetreuungsläger … in jedem Kreis einzurichten“ seien.
05.06.1944 Erlass Heinrich Himmlers als Reichsminister des Innern mit dem Betreff: "Uneheliche Kinder ausländischer Arbeiterinnen".
10.10.1944 Der Landesbauernführer S-H informiert unter dem Betreff "Entbindungsheime und Kinderpflegestätten für Fremdvölkische" darüber, welche finanziellen Entschädigungszahlungen für die Unterbringung und Versorgung von ausländischen Kindern möglich sind.
16.10.1944 Der Reichsminister des Innern informiert in einem Runderlass zum Thema "Betreuung nicht einsatzfähiger ausländischer Arbeitskräfte" darüber, dass für die Unterbringung und Betreuung der Kinder "einfachste Einrichtungen" zu schaffen seien.
24.10.1944 Der Runderlass des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz (GBA) hinsichtlich der "Behandlung schwangerer ausländischer Arbeiterinnen sowie der nicht einsatzfähigen Ausländer und der Ausländerkinder".
30.11.1944 Der Landesbauernführer S-H führt eine "Erhebung über die Unterbringsstätten für Kinder von ausländischen Arbeitskräften" durch.

 

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